Der Theosophie-Blog

Überblick mit Tiefgang: Der Theosophie-Blog bietet Perspektiven zum Weltgeschehen und stellt das eigene Leben in größere Zusammenhänge.

10. Februar 2022  //  Vulkane und die Lebendigkeit der Erde

Wenige Naturkatastrophen halten die Welt so sehr in Atem wie Vulkanausbrüche. Das gilt auch für den Ausbruch auf Tonga, der die südpazifische Insel am 14. und 15. Januar 2022 verwüstete. Die Mega-Eruption des unterseeischen Hunga Tonga-Hunga Ha‘apai hat selbst Wissenschaftler überrascht. Die Eruptionssäule erhob sich bis zu 39 Kilometer in die Stratosphäre, das dadurch verursachte Eruptionsgewitter entlud sich mit über 400.000 Blitzschlägen innerhalb weniger Stunden. Weite Teile des Inselstaats Tonga wurden von einer 5–10 cm dicken Schicht vulkanischer Asche bedeckt. Die Druckwelle der Eruption bewegte sich mehrfach um den gesamten Erdball und konnte sogar in Deutschland gemessen werden. Ein anschließender Tsunami mit bis zu 15 Meter hohen Wellen verwüstete Teile von Tonga und erreichte auch weit entfernte Küsten etwa in Japan, Alaska und Südamerika. Zum Glück kam die Bevölkerung verhältnismäßig glimpflich davon, wenngleich die Schäden natürlich immens sind.

Was hat es mit den immer wieder ausbrechenden Vulkanen, Erdbeben und Tsunamis unserer Erde auf sich, wodurch werden sie verursacht?

Nicht beim Vordergründigen, Physisch-Sichtbaren bleiben

Geowissenschaftler können mithilfe der Theorie der Plattentektonik und der Kenntnisse des inneren Aufbaus der Erde den Vorgang und die Auslöser eines Vulkanausbruchs oder eines Erdbebens recht gut erklären. Diese Erklärungen sind allerdings eher mechanischer und beschreibender Art. Die Frage bleibt: Können die wirklichen Ursachen gefunden werden, wenn lediglich die sichtbaren Phänomene und die Auswirkungen der im Erdinnern stattfindenden Prozesse betrachtet werden?

Auf die äußeren Vorgänge beschränkte Erklärungen bleiben naturgemäß vordergründig und entsprechend unbefriedigend, weil die eigentlichen Ursachen der Naturvorgänge jenseits des physisch Erfassbaren liegen. Die mechanisch ablaufenden Prozesse sind nur das äußere Glied in einer langen Ursachenkette. So stellt sich die Frage, ob die Verschiebungen der Erdplatten lediglich mechanischen Ursprungs sind, wie allgemein angenommen wird, oder ob sie womöglich auf den Auswirkungen des innewohnenden Lebens beruhen, der Vitalität unserer Erde: Könnte das, was von Seiten der Wissenschaft als „Ausbruch ungeheurer Energiemengen“ angesehen wird, in Wirklichkeit der Ausstoß von Lebensenergie, der Vitalität der Erde sein?

Die Lebendigkeit unseres Planeten

Wie anregend es ist, über die Lebendigkeit der Erde nachzudenken, zeigt der Artikel „Der Mensch im Wirbel von Naturgewalten“ in Verborgenes Wissen: Die Vernetzung von Mensch und Universum. Hier schreibt Bärbel Ackermann: „[…] die Erdkruste [schwimmt] auf einem gewaltigen Meer von Leben und ist selbst durch und durch von Leben erfüllt, was Erdrutsche, Erdbeben, Vulkanausbrüche, Sturm, Regen und der Wechsel von Hitze und Kälte bezeugen. Derartige Vorgänge könnte kein toter Planet hervorbringen. Jede Bewegung und Veränderung ist Ausdruck von Leben, von lebenden Wesenheiten aller Naturreiche. Etwas Totes wäre absolut starr und unveränderlich. Das aber gibt es nirgendwo in der Natur, denn alles verändert sich, bewegt sich, dreht sich, ist in permanenter Evolution begriffen, eben weil alles lebt. Erst wenn wir die tiefe Wahrheit hinter dieser Aussage zu erkennen beginnen, finden wir Zugang zu den Hintergründen von Naturkatastrophen aller Art.“

Auch der Mensch ist beteiligt

Nichts – gar nichts – geschieht ohne Ursache. Weder Vulkanausbrüche noch Erdbeben oder Naturphänomene wie elektrische Entladungen kommen einfach so vor. Sie sind Teil des großen Ursache-Wirkungs-Geflechts der Natur, zu dem auch wir Menschen gehören. Die elektrischen, magnetischen und seismischen Bewegungen der Erde sowie die Bewegungen der Sonne und der Planeten sind verschiedene Bewegungen einer allgemeinen Natur. Jeder Teil dieses gigantischen Netzwerks wirkt auf andere Teile und reagiert auf sie.

Der Mensch wirkt darin wie ein großer Dynamo, der Energie erzeugt, aufspeichert und ausstrahlt. Wenn Massen von Menschen auf diese Weise Energie erzeugen und verteilen, dann ist die Wirkung auf unseren Erdball mächtig genug, um Katastrophen zu erzeugen oder sie zumindest in ihrer Wirkung zu beeinflussen.

Vergegenwärtigen wir uns, welch ungeheure Kräfte allein in den Kriegs- und Krisengebieten unserer Erde täglich von Millionen von Menschen in Form von Angst, Panik und Hass freigesetzt werden, dann können wir erahnen, wie dadurch die Atmosphäre und das Astrallicht der Erde beeinflusst werden.

Das Astrallicht ist nicht nur die feinstoffliche Region, die die Erde umgibt und durchdringt. Sie ist zugleich auch die Vorratskammer für alles, was die physische Sphäre als Energie verlässt. Damit nimmt das Astrallicht alles auf, was auf unserem Planeten geschieht, was wir tun, denken, fühlen und wünschen. Hier können sich gewaltige Energiemengen ballen und nach Entladung suchen.

Naturkatastrophen sind Wege der Natur, das Gleichgewicht wiederherzustellen

Es gibt viele Naturereignisse, die zyklisch bedingt auftreten, weil die Erde ihre eigenen Rhythmen hat und selbst in größere Zyklen eingebunden ist. Doch wir tragen in erheblichem Ausmaß dazu bei, wie heftig diese Naturereignisse ausfallen, und wir erzeugen viele Dissonanzen zusätzlich durch eine von Egoismus, Streit und Krieg getränkte Gedankenatmosphäre, deren Energien sich im Astrallicht sammeln und entladen. Auch unser oft ausbeuterischer Umgang mit der Natur trägt seinen Teil dazu bei.

Deshalb dürfen wir uns nicht wundern, wenn sich die Wesenheit Erde mit ihrer ganzen Vitalität wehrt, was in Wirbelstürmen, Vulkanausbrüchen, Erdbeben, Seebeben, Hitze- und Kälteausbrüchen sowie Feuersbrünsten zum Ausdruck kommt. All diese Reaktionen sind Versuche, Disharmonien, Spannungen, Energien auszugleichen, den mentalen, energetischen Unrat der Menschen zu beseitigen und das Gleichgewicht wiederherzustellen. Genauso wie zum Beispiel Fieber und Schüttelfrost im menschlichen Körper eine Reinigung, ein Befreien des Systems von Giften bewirken können.

Die Frage nach dem „Warum“ hat also viele Facetten. Sie lässt sich nicht aus nur einem Blickwinkel beantworten, erst wenn wir die einzelnen Fäden zu einem Netzwerk verweben, ergibt sich das Ganze. Und obwohl wissenschaftliche Erkenntnisse und Errungenschaften enorm sind und oft genug Grenzen des Fassbaren aufzeigen, ist doch eines sicher: Hinter allem Sichtbaren wirken Geist, Intelligenz, Wille und Bewusstsein als die wirkliche Realität. Und wir Menschen haben daran einen bedeutsamen Anteil.

Wir wünschen Ihnen möglichst sturmfreie, harmonische Zeiten!

10. Dezember 2021  //
Wer „nach mir die Sintflut“ denkt, ist auf dem Holzweg!

Zum Jahresende ziehen wir gern Resümee und schauen ins neue Jahr. Was bewegt uns, was liegt vor uns? Anlass zum Nachdenken haben wir genug, wenn wir allein die Auswirkungen der Klimakrise betrachten. Die Welt schaute im letzten Monat gebannt nach Glasgow, wo sich Tausende von Staatsoberhäuptern und anderen Entscheidungsträgern bei der Weltklimakonferenz versammelt hatten. Die Konferenzteilnehmer waren sich bewusst, wie ernst die Lage auf der Erde ist. Drastische Worte wurden benutzt, UN-Generalsekretär António Guterres mahnte, „die Natur nicht länger als Toilette zu benutzen“.

Jetzt ist die Konferenz vorbei, doch die Arbeit geht weiter, und zwar nicht nur in den Büros der Mächtigen, sondern auch bei uns! Die Herausforderung lautet: Wollen wir zum Verderb oder zum Aufbau und Erhalt der Natur und des Planeten beitragen – mit unserem Denken und Handeln?

Schicksalsgemeinschaft Erde

Wir bilden mit der lebendigen Erde eine Schicksalsgemeinschaft, auch über dieses jetzige Leben hinaus. Wer meint, die spätere Zukunft ginge ihn nichts an – gemäß dem Motto „Nach mir die Sintflut!“ –, unterliegt einer Illusion. Er verkennt unsere innere Verbundenheit mit der Natur und diesem Planeten. Diese Verbundenheit reicht weit über den Tod hinaus, denn auch unser nächstes Leben verbringen wir auf dieser unserer Erde, wie Theosophie eingängig erklärt. Wenn wir sterben, lösen wir uns nicht einfach ins Nichts auf und verschwinden. Somit können wir uns nicht aus der Verantwortung stehlen.

Welche Belege gibt es für die Wiedergeburt? Was könnte uns vertrauter sein als das eigene Bewusstsein, die eigene Identität, der eigene Charakter: Hierin finden wir den besten Beweis dafür, dass wir bereits viele Male gelebt haben. Gerade unser Charakter – das, was uns von Anderen unterscheidet – enthält die Quintessenz vieler Leben und zahlreicher individueller Erfahrungen. Den wirklichen, inneren Menschen in uns – mit seiner Naturliebe und Empathie – zum Ausdruck zu bringen, ist unser großes Werk, das Werk eines jeden Einzelnen. Das ist eine wunderschöne Aufgabe! Sie führt zur Harmonie mit der Natur, die wir gerade jetzt so dringend benötigen.

Das Wissen um die Wiederverkörperung ist wichtig für ein tieferes Verständnis davon, was in uns und auf der Erde geschieht. Hermann Knoblauch schreibt in „Beweise für die Wiedergeburt“ in Verborgenes Wissen – Der Mensch in Gegenwart und Zukunft: „Was allgemein fehlt, ist das Wissen um die inhärenten Kräfte und Gesetzmäßigkeiten, die unser Leben leiten und bestimmen. Und das ist die Tragik unserer Zeit.“

Der Erde wegen über Wiederverkörperung nachdenken

Es lohnt sich, hierüber nachzudenken. Wir wissen, nicht wann und wo wir uns wiederverkörpern, aber solange unsere Evolution nicht abgeschlossen ist, werden wir zurück zur Erde angezogen und ein neues Leben beginnen, so die Aussage der Theosophie. Im nächsten Leben kann uns die Natur mit ihrer bezaubernden, lebendigen Schönheit wieder beglücken – wenn wir es schaffen, unserer Erde, die längst krank ist, die nötige Regeneration zu verschaffen. Ist das nicht genug Motivation, sich für den Erhalt der Natur einzusetzen? Praktisch, indem wir uns für den Schutz der Wälder und die Aufhaltung der fortschreitenden Erderwärmung durch CO2-Emissionen und die Erzeugung von Feinstaub einsetzen. Um nur ein konkretes Beispiel zu nennen: Wir können auf Holzverbrennung in Kaminöfen verzichten, denn leider ist die Holzverbrennung keineswegs klimaneutral, wie oft behauptet wird.

Alle Entwicklungen nehmen ihren Anfang in Gedanken. Deshalb dürfen wir auch als Denker keine Quelle des Üblen sein. Im Gegenteil, mit unseren menschlichen Fähigkeiten des empathischen, unegoistischen Denkens und mit unserer Liebe zur Natur können wir selbst der Grund zur Hoffnung sein, den wir so dringend brauchen.

Lassen Sie sich nicht von Fluchtgedanken („nach mir die Sintflut!“) packen, handeln Sie mutig und zuversichtlich und vertrauen Sie in Ihre eigenen inneren Denkfähigkeiten und Ihre Empathie für die Natur. Wenn wir auf dieser Basis handeln, machen wir die Natur nicht zu einem Gegner, sondern wir werden – unserer Bestimmung und unserem Wesen entsprechend – wahre Mitarbeiter der Natur. Auch die Corona-Pandemie würde in einer solch positiven Gedankenatmosphäre ausgebremst werden oder hätte sich gar nicht erst entwickeln können.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine inspirierende und friedliche Weihnachtszeit – und bleiben Sie gesund! 

2. Oktober 2021  //  Ist die Todesstrafe gerechtfertigt?

Das war eine gute Nachricht in diesem Sommer: In den USA sind Hinrichtungen auf Bundesebene vorerst ausgesetzt und sollen abgeschafft werden. Der Grund sind ernsthafte Bedenken gegen die Vollstreckung der Todesstrafe und der Verdacht auf mögliche Willkür, die überproportionale Betroffenheit von Schwarzen und die beunruhigende Zahl von Fehlurteilen. Auch soll untersucht werden, ob die in der Giftspritze verwendete Substanz mit hohem Risiko Schmerzen und Qualen verursacht.

Neben diesen nachvollziehbaren Argumenten gibt es aus Sicht der Theosophie noch wichtige weitere Gründe, sich von der Todesstrafe zu distanzieren.

Zum einen ist kein Gericht der Welt in der Lage, die komplexen karmischen Verwicklungen und Hintergründe eines Verbrechens vollständig zu ergründen und gerecht zu beurteilen. Ein Fehlurteil stellt im Fall der Hinrichtung einen nicht wiedergutzumachenden Akt der Unmenschlichkeit dar. An Gerechtigkeit unübertroffen ist dagegen das karmische Gesetz: Jede Tat wird früher oder später ihre angemessene, exakt passende und unbestechlich gerechte karmische Reaktion nach sich ziehen – eine Reaktion, die auch alle die Aspekte mit einbezieht, die weltlicher Justiz verborgen sind.

Dennoch will der Staat natürlich Menschen, die gegen das Gesetz verstoßen, bestrafen und verhindern, dass sie weiteren Schaden anrichten. Nur ist bei der Bemessung des Strafmaßes in keinem Fall die Todesstrafe zu empfehlen. Denn was bewirkt sie? Der Tod des Körpers bedeutet nicht den Tod des Menschen. Der restliche Mensch mit seinem Bewusstsein, seinem Willen und seinen Gefühlen ist durchaus noch vorhanden und auch nach dem Tod seines Körpers aktiv.

Es ist ein großer Irrtum, zu glauben, Leben könne getötet werden. Es findet lediglich ein Wechsel des Bewusstseins statt. Aus der Physik ist bekannt, dass nichts im Universum verloren gehen kann. Ein treffendes Beispiel ist Wasser, das bei starker Erhitzung verdampft. Ähnlich – in Analogie – findet der Vorgang beim Tod statt: Der physische Körper löst sich auf, während der eigentliche, innere Mensch in einen anderen Zustand des Bewusstseins übergeht. Und so, wie der Dampf des Wassers, verbleiben Hingerichtete in der Erdatmosphäre, nur eben in einer anderen Zustandsform – ohne physischen Körper.

In gewisser Hinsicht sind sie nun frei von allen körperlichen Beschränkungen und können ihren gebündelten Emotionen freien Lauf lassen. So haften Hingerichtete auch weiterhin mit ihrer vollen Vitalität an der irdischen Sphäre – in der sogenannten Astralsphäre, die unsere Erde umgibt. Ihr ganzer Hass, ihre Emotionen und Leidenschaften, die durch die Verurteilung und die Geschehnisse um ihre Verbrechen herum angefacht und verstärkt wurden, können sich nun in vollen Zügen in der Erdatmosphäre entfalten, da nur der physische Körper getötet wurde und die gesamte Lebenskraft noch vorhanden ist. Besonders labile Menschen, die für psychische Einflüsse empfänglich sind, bekommen dies zu spüren.

Gewalt jeder Art, auch staatlich „gerechtfertigte“ Gewalt in Form einer Hinrichtung, ist also durchaus kein geeignetes Mittel, um wirksam gegen Gewalt vorzugehen. Gewalttäter werden durch die Todesstrafe keine besseren Menschen, und die Todesstrafe ist für sie in mehrfacher Hinsicht verhängnisvoll. Ihre Evolution in dieser Inkarnation wird vorzeitig und gewaltsam abgeschnitten. Sie können in diesem Leben nichts mehr dazulernen beziehungsweise sich nicht mehr in der einen oder anderen Form läutern. Hierzu bedarf es der nächsten Inkarnation, deren Lebensumstände durch das zurückgehaltene Karma noch schwieriger und verfahrener sein können als die der gegenwärtigen.

Katherine Tingley kommt deshalb zu dem Schluss: „Der einzige Weg, um einen Kriminellen zu eliminieren, liegt in der Besserung des Menschen, der ein Krimineller ist. Sein körperliches Leben zu zerstören ist nichts als ein dummer Fehler.“

Es zeigt sich wieder einmal, dass ein universal gültiger Erkenntnishintergrund die Urteilskraft in praktischen Lebensfragen verbessert. Theosophie basiert auf den Grundprinzipien der Natur, und wir tun gut daran, diese Prinzipien in die Entscheidungen unseres täglichen und gesellschaftlichen Lebens einzubeziehen.

Wenn Sie dieses Thema vertiefen und mehr über die Folgen der Todesstrafe für den Täter sowie für die gesamte Atmosphäre des Astrallichts wissen möchten, empfehlen wir Ihnen den Artikel „Ist Todesstrafe gerechtfertigt?“ in Verborgenes Wissen – Der Mensch in Gegenwart und Zukunft. Dort finden Sie auch fundierte Beiträge zu den Themen Tod und Wiedergeburt.

24. Juli 2021  //  In Harmonie mit der Natur

„Frieden schließen mit der Natur“ – so überschreibt das Umweltprogramm der Vereinten Nationen den Bericht zum Zustand der Welt. Er zeigt Lösungswege, wie unser Planet noch zu retten ist: Durch eine Art grüne Revolution mit teils tiefgreifenden Veränderungen in Wirtschaft, Finanzsystemen, Staatssubventionen und Gesellschaft. Die Corona-Krise habe gezeigt, wie sehr die Gesundheit von Mensch und Natur miteinander verwoben ist, deshalb sei es notwendig, die Natur anders als bisher zu betrachten und wertzuschätzen.

Die verheerenden Fluten im Westen und Südwesten Deutschlands unterstreichen diese Notwendigkeit aktuell auf ihre eigene bestürzende Weise.

Die Natur neu zu betrachten ist ein wichtiger, dringend notwendiger Ansatz, für den die Theosophie elementare Grundlagen liefert. Denn was ist die Natur? Sie offenbart sich bei näherer Betrachtung als ein von Leben durchdrungener und aufgebauter Organismus, dessen unzählige Lebewesen ihr eigenes Leben haben. Dieser Gedanke geht deutlich weiter als heute allgemein bekannt ist. Damit sind weitreichende Konsequenzen verbunden, die erst verstehen lassen, weshalb sich die „Natur“ gegen den Menschen wehrt.

Kosmologen und Weltraumforscher zeigen auf faszinierende Weise, dass es Welten innerhalb von Welten gibt, die sich weit über unsere Galaxie hinaus erstrecken. Aus Sicht der Theosophie sind auch diese Welten von Leben, Geist, Intelligenz und Bewusstsein durchdrungen. Deshalb bilden Mensch und Natur, irdisch wie kosmisch, ein Schicksalsgewebe, das stets zum Gleichgewicht strebt. Stört der Mensch dieses Gleichgewicht in seiner Harmonie, erleben wir Rückwirkungen, wie sie uns der Klimawandel und seine Folgen derzeit mit aller Wucht vor Augen führen. Nicht von ungefähr drängt sich deshalb die Frage auf: „War es die Natur, die uns loswerden wollte?“, wie sie der Schriftsteller Wladimir Kaminer formuliert.

Auch Hendrik Brandt spricht von der wachsenden Gegenwehr der Natur und „der immer wieder so schwer zu ertragenden Erkenntnis, dass da etwas größer ist als wir“ (Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 17./18.07.2021, S. 2). Dieser wahren Größe der Natur kommen wir näher, indem wir den Gedanken zulassen, dass es keine tote, unbelebte Materie geben kann, die Leben hervorbringt. Vielmehr gibt es keinen Winkel auf unserer Erde oder in den Weiten des Alls, der nicht von Leben und Bewusstsein erfüllt und aufgebaut ist. Wie sonst sollten Lebewesen entstehen und Evolution vonstatten gehen?

Wenn wir die Natur in dieser Lebendigkeit betrachten, liegt ihr Wert in den Leben, in all den Individuen, die sie bilden und die sich mit ihrem jeweiligen Bewusstsein überall in der Natur entwickeln. Sie sind auf das Engste miteinander vernetzt und wir mit ihnen. Hier beginnt unsere Verantwortung, und wir merken schon längst, dass alles, was wir unserer Erde antun, letztlich auf uns selbst zurückwirkt – im Guten wie im Schlechten.

Der einzige Ausweg, um mit der Natur in Frieden leben zu können, besteht darin, die in ihr wirkenden Prinzipien zu erkennen und zu beginnen, im Einklang mit ihr zu leben. Wir verfügen über einen freien Willen und können uns dafür entscheiden – jederzeit. Genau das beschreibt Gottfried von Purucker in Mit der Wissenschaft hinter die Schleier der Natur auf eindrucksvolle Weise, mit unglaublicher Offenheit und Tiefe. Er erklärt den inneren Aufbau der Natur und gibt wertvolle Anregungen zum eigenen Denken und Handeln.

Für diesen Sommer wünschen wir Ihnen, dass Sie gut durch alle Wetter kommen und immer wieder aus der unbeschreiblichen Harmonie der Natur, die das großartige Zusammenwirken aller Lebewesen verkörpert, viel Kraft und Frieden gewinnen können. Sei es beim Gang durch Wiesen und Wälder, wenn Sie den Gesängen der Vögel lauschen, beim Anblick einer Blüte oder beim Studium theosophischer Literatur. Was wären wir ohne diese tiefe Harmonie, die wir täglich aus dem Innern der Natur und aus uns selbst schöpfen können. Wir sollten alles tun, um sie zur Entfaltung zu bringen.

10. Februar 2021  // Wissenschaft und Wahrheit

Wissenschaftliche Forschung ist immer wieder faszinierend. Unzählige daraus entstandene Technologien begleiten heute unser Leben – von Medizin über Fortbewegung bis hin zu Weltraumexkursionen. Sicher auch vor diesem Hintergrund hat der neue US-Präsident Joe Biden erklärt, dass die Wissenschaft in seiner Regierung immer in vorderster Reihe stehen werde. Durch ein Team von weltberühmten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern will er dafür sorgen, dass die US-Politik künftig auf „Wissenschaft, Fakten und der Wahrheit“ basiert.

Eine Entscheidung, die sehr zu begrüßen ist. Doch ist das so einfach? Naturwissenschaften beschreiben Naturgesetze. Ohne Zweifel sind zum Beispiel die Gesetze der Gravitation sowie Phänomene wie Elektrizität und Magnetismus exzellent erforscht und können zuverlässig für viele Technologien genutzt werden. Von der Wahrheit dahinter, also von den sie verursachenden Kräften oder Welten, ist wissenschaftlich allerdings noch wenig bekannt.

Auch lassen sich wissenschaftliche Beobachtungen, wie sie zum Beispiel der Urknalltheorie zugerechnet werden, noch ganz anders interpretieren. Wenn wir das Wissen der Theosophie heranziehen, das auf dem Wirken von Bewusstsein und Naturprinzipien basiert, wird deutlich, dass die meisten wissenschaftlichen Denkmodelle nicht über die Grenzen des Physisch-Wahrnehmbaren hinausgehen. Doch die Natur und alle Lebewesen, die sie bilden, existieren in vielen weiteren Daseinsbereichen.

Gottfried von Purucker zeigt in Mit der Wissenschaft hinter die Schleier der Natur, wie das Universum von unsichtbaren, ursächlich wirkenden Kräften aufgebaut und hervorgebracht wird. Es funktioniert und wirkt infolge seiner inhärenten Qualitäten und Energien, die aus diesen unsichtbaren Daseinsbereichen in das materielle, sichtbare Universum hervorströmen. Gleichzeitig macht er deutlich, wie viele wissenschaftliche Theorien diesem Denken bereits näherkommen, wenngleich sie noch längst nicht die verborgenen Lebenszusammenhänge in ihrer Tiefe durchdringen.

Wer der Wissenschaft, den Fakten und der Wahrheit näherkommen möchte, kann in diesem Werk neue Denkmöglichkeiten entdecken, die wegweisend für eine vernetzte Wissenschaft der Zukunft sind. Darüber hinaus wird deutlich, wie wir Menschen in das großartige Netzwerk der Natur eingebunden sind und welche Konsequenzen und Chancen wir daraus für unser eigenes Leben ziehen bzw. entwickeln können. Diese hoffnungsvollen Perspektiven sind beruhigend und inspirierend zugleich!

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